Therapie des Prostatakarzinoms

Strahlenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Rainer Fietkau

Therapiebeispiel Prostatakarzinom

Verteilung der Ionisiernden Strahlung durch eingesetzte "seeds"

Zunächst fertigen die Ärzte im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung Aufnahmen der Prostata an, auf deren Basis später ein 3-D-Modell erstellt wird. So kann der Strahlentherapeut die Platzierung der Nadeln exakt planen und vorbereiten. Die Implantation erfolgt dann in Kurznarkose oder Spinalanästhesie (Lokalnarkose über das Rückenmark) in einem Operationssaal unter sterilen Bedingungen. Mithilfe des präzise präparierten Koordinatensystems und einer Lochplatte (Template) bringt der Mediziner die Nadeln punktgenau in die Krebsregion ein und fixiert sie dort. Nun kann die Narkose beendet und anhand eines neuen Ultraschallbilds die optimale Dosisverteilung computergestützt berechnet werden. "So ist es uns möglich, jedem Patienten eine optimale sowie individuell an ihn angepasste Therapie anzubieten", erläutert Prof. Strnad.

Die eigentliche Bestrahlung mit Iridium-192 dauert lediglich einige Minuten und geschieht in einem speziellen Raum: Zwar muss der Erkrankte während des schmerzfreien Prozedere strenge Bettruhe einhalten, aber er kann währenddessen beispielsweise ein Buch oder Zeitung lesen. Im Rahmen einer Therapiesitzung wird meistens zweimal bestrahlt. Wie lange sie dauert, wie viele insgesamt erforderlich sind und in welchen Abständen zueinander sie erfolgen, ist abhängig davon, ob die Brachytherapie allein oder in Kombination mit einer Bestrahlung von außen durchgeführt wird.

"Nach der letzten Therapiesitzung entfernen wir die Nadeln und das Template vorsichtig aus dem Körper", sagt Vratislav Strnad. "Hier ist meist keine Narkose erforderlich, aber wir bieten bei Bedarf selbstverständlich Schmerzmittel an. In der Regel können die Patienten dann nach einem Tag bereits wieder entlassen werden." Neben der temporären Brachytherapie - also der vorübergehenden, gezielten radioaktiven Bestrahlung über Nadeln - gibt es auch die permanente Brachytherapie, bei der radioaktive Körner (Seeds ,verkapselte Jod-125-Körner) in das erkrankte Gewebe eingebracht werden und dort verbleiben. Der große Vorteil einer permanenten Brachytherapie besteht darin, dass der Patient nur eine Nacht in der Klinik bleiben muss. Der Rest der Therapie wird ambulant betreut. Leider eignet sich dieses Verfahren nur für Niedrig-Risiko-Patienten. Ob Sie zu dieser Gruppe von Patienten gehören und ob diese Form der Therapie für Sie in Frage kommt sprechen Sie bitte mit den Ärzten der interventionellen Strahlentherapie ab.