Stereotaktische Behandlung

Strahlenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Rainer Fietkau

Hochpräzisionsbestrahlung

Je kleiner das zu behandelnde Zielvolumen ist, desto größer sind die Anforderungen an die exakte Lagerung des Patienten und an die geometrische Stabilität des Bestrahlungsgerätes. Als sogenannte stereotaktische Behandlung wird eine hochpräzise Bestrahlung von kleinen Zielvolumina mit Durchmessern von ca. 5 mm bis 5 cm bezeichnet. Das Volumen wird dabei aus verschiedenen Richtungen mit mehreren Bestrahlungsfeldern, die sich alle im Zielgebiet überlagern, erfasst. Durch diese Anordnung wird eine hohe Behandlungsdosis im Zielvolumen bei gleichzeitiger Schonung des umliegenden Normalgewebes erreicht. Abhängig von den individuellen Bedingungen wie der Lage und der Größe des Zielgebietes wird zwischen der Radiochirurgie und der fraktionierten stereotaktischen Behandlung unterschieden. Bei einer radiochirurgischen Behandlung erfolgt eine einmalige Bestrahlung unter Verschreibung einer hohen Einzeldosis. Bei der fraktionierten stereotaktischen Behandlung wird die verschriebene Gesamtdosis auf ca. 5 – 30 Behandlungstage verteilt. Um die geforderte Präzision bei der Patientenpositionierung zu erzielen, werden bei stereotaktischen Behandlungen spezielle Maskensysteme oder Fixationshilfen verwendet. Dabei gibt es sowohl invasive Systeme, bei denen z.B. ein Lagerungsring direkt mit der Schädelkalotte verschraubt wird, als auch nichtinvasive Systeme, um Bewegungen während der Bestrahlung auszuschließen oder zumindest so klein wie möglich zu halten. Mit derartigen Masken erfolgte traditionell eine intrakranielle stereotaktische Behandlung bei Tumoren im Schädelbereich. In der Strahlenklinik Erlangen stehen mit den Linearbeschleunigern Novalis classic und Novalis TX der Firma Varian sowie dem Beschleuniger VERO der Firma Brainlab drei moderne stereotaxiefähige Bestrahlungsgeräte zu Verfügung.

Mit zunehmendem Einsatz der bildgeführten Strahlentherapie (IGRT)  kann die stereotaktische Bestrahlungstechnik auf sogenannte extrakranielle Bereiche (z.B. Lungen- oder Lebermetastasen) erweitert werden. Durch Bestrahlungen während der Ausatmungsphase, die der Patient auf Kommando anhält, kann die durch die Atmung hervorgerufene Bewegung des Brustkorbs und der inneren Organe kurzzeitig gestoppt werden. An dem Gerät VERO, einem Bestrahlungsgerät der jüngsten Generation, ist es möglich, der Bewegung des Zielvolumens zu folgen, um die unnötige Mitbestrahlung von gesundem Gewebe zu reduzieren.

 
 
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Zusammenfassung