Radio-Chemo-Therapie

Strahlenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Rainer Fietkau

Verstärkung der Strahlentherapie durch Chemotherapie

Bei einer simultanen Radiochemotherapie wird die Bestrahlung mit einer Chemotherapie zeitgleich kombiniert; bei sequentiellen Behandlungen erfolgt dies nacheinander.  Ziel der parallelen Gabe ist es, sowohl die zytotoxischen Eigenschaften der Strahlentherapie als auch der Chemotherapie auszunutzen, da verschiedene Wirkmechanismen in der Zelle bestehen. Zudem verstärken einige Zytostatika die spezielle Wirkung der Strahlentherapie. Diese Stoffe werden Radiosensitizer genannt. Typische Vertreter sind Cisplatin, Taxol und 5FU. Zusätzlich wird durch die Kombination im Vergleich zum sequentiellen Vorgehen die Behandlungszeit verkürzt. Auch diese Verstärkung der Therapieintensität wirkt sich positiv auf den Nutzen der Behandlung aus, weil weniger Zellen in ein beschleunigtes Wachstum eintreten, sondern nach und nach untergehen.

Für viele Tumorarten hat sich gezeigt, dass durch diese intensive Therapie bessere Heilerfolge zu erzielen sind. Dies gilt für Kopf-Hals-Tumoren, für Speiseröhrenkrebs, Lungenkrebs, das Analkarzinom und das Harnblasenkarzinom. Eine Operation kann dadurch unter Umständen vermieden werden. Alternativ kann eine solche Behandlung auch in Vorbereitung auf eine Operation erfolgen. Hierbei wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, den Tumor langfristig lokal unter Kontrolle zu bekommen als bei einer alleinigen Operation. Zudem ist es häufiger möglich organerhaltend zu operieren. Beim Rektumkarzinom (Enddarmkrebs) bedeutet dies, dass häufiger der Schließmuskel erhalten werden kann nach einer Operation. Bei einzelnen Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs wird dadurch erst eine Resektion möglich.

Insgesamt erfordert die gesteigerte Therapieintensität jedoch auch eine intensivere Begleittherapie, da verstärkt Nebenwirkungen an sich schnell erneuernden Geweben auftreten. Dies betrifft die Blutbildung und die Schleimhäute. Unter regelrechter Behandlung sind diese Nebenwirkungen rasch nach Ende der Behandlung rückläufig und ohne bleibenden nachteiligen Effekt. Gelegentlich ist zu deren Vermeidung und Behandlung allerdings ein stationärer Aufenthalt in der Strahlenklinik nötig.

Die Effektivität der Radiochemotherapie weiter zu erhöhen und die Nebenwirkungen zu verbessern sind heute vielfältig Gegenstand der klinischen Forschungen. Die Strahlenklinik in Erlangen beteiligt sich und verantwortet eine Reihe dieser multizentrischen Studien.

 
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PD Dr. med. Sabine Semrau
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