Testung auf Strahlenempfindlichkeit

Strahlenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Rainer Fietkau

Standarduntersuchung der individuellen Strahlenempfindlichkeit

Die drei angefärbten Chromosomenpaare. Es liegen keine Veränderungen vor.
Zahlreiche Veränderungen in den drei angefärbten Chromosomen die sich als Farbwechsel, kurze und alleinige Stücke darstellen.

Die Standarduntersuchung um die individuelle Strahlenempfindlichkeit zu ermitteln ist die Messung von chromosomalen Mutationen mit der 3-Farbfluoreszenz in situ Hybridisierung. Dafür werden 15ml Blut des Patienten benötigt. Die Hälfte des Bluts wird mit 2 Gy ionisierender Strahlung (Röntgenstrahlung) bestrahlt, die andere Hälfte bleibt unbestrahlt. Die Lymphozyten im Blut, die sich normalerweise nicht teilen werden durch ein pflanzlichen Stoff (Lektin) zum Teilen angeregt und im Brutschrank bei 37°C aufbewahrt. Nach 48 Stunden wird ein Stoff zugegeben (Colcemid), der die Zellen bei der eigentlichen Zellteilung stoppt und damit die Chromosomen gut zu beurteilen sind. Durch die 3-Farbfluoreszenz Hybridisierung werden die drei größten Chromosomen mit grünen, roten und gelben Fluoreszenzfarbstoffen versehen und es können mit einem entsprechenden Mikroskop Bilder der Chromosomen aufgenommen werden. Es werden mindestens 100 verwertbare Bilder von den bestrahlten Blutlymphozyten und 400 von den unbestrahlten Lymphozyten aufgenommen. Die Bilder werden auf Veränderungen an den Chromosomen ausgezählt und ein durchschnittlicher Wert jeweils festgelegt. Der Hintergrund von den unbestrahlten Lymphozyten wird von dem Wert der bestrahlten Lymphozyten abgezogen und man erhält den eigentlichen Wert als Brüche pro Metaphase. Ist dieser Wert höher als 0.5 Brüche pro Metaphase liegt eine geringfügige erhöhte Strahlenempfindlichkeit vor. Ist der Wert höher als 0.6 Brüche pro Metaphase ist die Strahlenempfindlichkeit schon deutlich erhöht. Die Untersuchung dauert zwischen 7 und 10 Tagen