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Fördergeld für innovative Tumorforschung

Fördergeld für innovative Tumorforschung

DFG bewilligt 560.000 Euro für Forschungsprojekt zu kombinierten Strahlen- und Immuntherapien bei Kopf-Hals-Tumoren

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft e. V. (DFG) fördert ein neues Forschungsprojekt der Strahlenklinik (Direktorin: Prof. Dr. Stefanie Corradini) des Uniklinikums Erlangen mit 560.000 Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. Unter der Leitung von Dr. Tina Jost untersucht ein Team der Translationalen Strahlenbiologie (Leiter: Prof. Dr. Udo Gaipl), wie Strahlentherapie gezielt mit modernen Wirkstoffen wie molekularen Inhibitoren der DNA-Schadensantwort und Immun-Checkpoint-Blockaden gezielt kombiniert werden kann, um die Immunantwort gegen Plattenepitheltumoren im Kopf-Hals-Bereich zu verstärken.

Alle Patientinnen und Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren werden an der Erlanger Strahlenklinik im Rahmen eines interdisziplinären Konzepts gemeinsam mit der Hals-Nasen-Ohren-Klinik (Direktorin: Prof. Dr. Sarina Müller) und der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Marco Kesting) behandelt. Tumoren im Kopf-Hals-Bereich sind therapeutisch besonders anspruchsvoll, sodass eine enge fachübergreifende Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung ist. In der Behandlung sehr schwierig sind Tumoren, die nicht durch Humane Papillomaviren (HPV) verursacht werden, da sie oft schlechter auf eine Strahlentherapie ansprechen. Bereits bestehende Arbeiten der Erlanger Forschungsgruppe zeigen, dass die Anti-Tumor-Wirkung deutlich verbessert werden kann durch die Kombination aus Strahlentherapie und gezielten Hemmstoffen der DNA-Schadensantwort – einem komplexen System, das Schäden in der DNA erkennt und repariert oder den Zelltod einleitet. Damit eröffnen sich neue therapeutisch Perspektiven für Patientinnen und Patienten, bei denen herkömmliche Behandlungsstrategien an ihre Grenzen stoßen.

Unterschiedliche immunologische Konsequenzen

Präklinische Untersuchungen zeigen nun, dass dabei nicht nur die direkte Wirkung auf den Tumor entscheidend ist, sondern auch der Einfluss auf das Immunsystem. Zweigut untersuchte Hemmstoffe der DNA-Schadensantwort, sogenannte ATR- (Ataxia-Telangiectasia and Rad3-related Protein) und ATM-Inhibitoren (Ataxia-Telangiectasia mutated), sind in Kombination mit einer Bestrahlung vergleichbar effektiv gegen Tumorzellen. Allerdings unterscheiden sie sich deutlich in ihrer Wirkung auf das Immunsystem. Während die Kombination aus ATR-Inhibitor und Strahlentherapie das körpereigene Abwehrsystem offenbar unterstützt und daher klinisch besonders vielversprechend ist, kann die Anwendung mit ATM-Inhibitor wichtige immunrelevante Signale in den Tumorzellen unterdrücken. Die Erkenntnisse liefern eine bedeutende Erklärung für die Überlegenheit der ATR-basierten Strategie. 

 

Ziel des Projekts

Das neue von der DFG geförderte Projekt untersucht nun detailliert das immunologische Potenzial beider Inhibitoren im Hinblick auf ihre Wirkung beim Plattenepithelkarzinom des Kopf-Hals-Bereichs und welche Synergien sich mit weiteren Immuntherapien ergeben. „Wir möchten die komplexen Wechselwirkungen zwischen Strahlenwirkung, DNA-Schadensantwort und Immunmodulation besser verstehen – mit dem Ziel, neue, effektive Therapieansätze für Patientinnen und Patienten zu erschließen“, erklärt Dr. Jost. Das Projekt baut auf der langjährigen Expertise der Erlanger Strahlenklinik im Bereich der Strahlenimmunbiologie auf und will wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung neuer, kombinierter Therapieansätze liefern, die langfristig den Behandlungserfolg bei Kopf-Hals-Tumoren verbessern können.

Weitere Informationen:

Dr. Tina Jost
09131 85-44276
tina.jost(at)uk-erlangen.de