Autoimmunbedingte, entzündlich-rheumatische Erkrankungen (u.a. Kollagenosen, Vaskulitiden)

Strahlenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Rainer Fietkau

 

 

 

Allgemeine Informationen zu CVDs (collagen vascular diseases)/CTDs (connective tissue diseases)

  • Die im Englischen oft synonym gebrauchten Begriffe "Collagen vascular diseases (CVD)" und "Connective tissue diseases (CTD)" beschreiben eine vielgestaltige Gruppe an systemischen, immunologisch bedingten, inflammatorischen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, der beispielsweise Erkrankungen wie der Systemischen Lupus erythematodes, die Systemische Sklerodermie, die Rheumatoide Arthritis, die Polymyositis, die Polyarteriitis nodosa und ferner die Mischkollagenosen (Mixed connective tissue disease) angehören. Unter anderem können das Bindegewebe und die Gefäße betroffen sein. Patienten mit solchen CVDs weisen oftmals Entzündungen der Haut, der Gelenke, der Gefäße und/oder der inneren Organe auf. Collagen Vascular Diseases and Disorders of Connective Tissue

CTDs/CVDs und Strahlenempfindlichkeitsmessung/Strahlenfolgen

Die Gruppe der CVDs hat sich als potenziell klinisch relevant für die Strahlentherapie herausgestellt.

Die mögliche Komplikationsrate und ein möglicherweise erhöhtes Risiko von Strahlenfolgen von CVD-Patienten nach Bestrahlungen im Rahmen einer Tumortherapie ist in der Literatur sehr umstritten. Matched-Control Retrospective Study of the Acute and Late Complications in Patients with Collagen Vascular Diseases Treated with Radiation Therapy

Schlussfolgerung

  • Die im Folgenden zu den einzelnen rheumatischen Erkrankungen aufgeführten Informationen der Literaturrecherche scheinen sich oftmals zu widersprechen, sodass daraus keine eindeutige Aussage zum Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer allgemein erhöhten Strahlenempfindlichkeit bei Patienten mit einer bestimmten rheumatischen Erkrankung, wie beispielsweise der Dermatomyositis, hervorgeht.
  • Da es laut mehrerer Fallberichte bei Patienten mit CVDs schon des Öfteren zu ungewöhnlich schweren Strahlenfolgen gekommen ist, scheint es sinnvoll zu sein, diese Patienten vor einer Radiotherapie hinsichtlich ihrer Strahlenempfindlichkeit zu testen, um bei einer festgestellten erhöhten Strahlenempfindlichkeit die Möglichkeit zu haben, schwere Therapiefolgen durch die Reduktion der täglichen Strahlendosis zu vermeiden.
  • Um genauere Informationen über die Strahlenempfindlichkeit von Patienten mit einer bestimmten rheumatischen Erkrankung, wie der Rheumatoiden Arthritis oder der Systemischen Sklerose, zu erhalten, müssen für die Strahlensensibilitätsmessungen des Labors deutlich mehr Patientenproben gesammelt werden, um diese hinsichtlich der individuellen Strahlenempfindlichkeit des Patienten zu untersuchen. Zusätzlich müssen weitere Fallberichte zu bestrahlten CVD-Patienten gesammelt werde, um bereits existierende Berichte zu ergänzen, Ergebnisse von Strahlenempfindlichkeitsmessungen zu untermauern oder zu widerlegen und das allgemeine Risiko, eine erhöhte Strahlensensibilität innerhalb einer bestimmten Patientengruppe zu haben, besser einschätzen zu können. (vgl. auch Allgemeines Strahlenempfindlichkeitssyndrome und Erkrankungen)
  • Das Ziel der auf den folgenden Seiten noch gesondert aufgeführten, verschiedenen rheumatischen Erkrankungen ist es, einen Eindruck zu vermitteln, bei welchen Rheumatischen Erkrankungen eine allgemein erhöhte Strahlenempfindlichkeit wahrscheinlicher ist, als bei anderen und bei welchen Vorerkrankungen demnach eine Testung auf Strahlenempfindlichkeit sinnvoller ist, als bei anderen.
    Falls bei einer solchen Testung eine erhöhte individuelle Strahlenempfindlichkeit festgestellt wird, so sollte die Indikationsstellung einer Bestrahlung genau überprüft werden und die Strahlendosis gegebenenfalls entsprechend der Strahlenempfindlichkeit angepasst werden. Individuelle Strahlenempfindlichkeit
 

Arbeitsgruppe Autoimmunbedingte Strahlenempfindlichkeit

Dinah Rzepka
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