Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)

Strahlenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Rainer Fietkau

 

 

 

Eigene Untersuchungen auf Strahlenempfindlichkeit:

Bereits 20 Tumorpatienten mit Rheumatoider Arthritis sind auf ihre Strahlenempfindlichkeit untersucht worden. Von diesen wiesen drei Patienten eine erhöhte Strahlenempfindlichkeit auf, bei einem Patienten war die Strahlenempfindlichkeit sogar stark erhöht.

Im Schnitt liegt die individuelle Strahlenempfindlichkeit von RA-Patienten mit Tumorerkrankung allerdings im Normbereich und scheint mit der von Patienten ohne Rheumatoide Arthritis vergleichbar zu sein.

Auf dem Schaubild sind die vom Labor gemessenen individuellen Strahlenempfindlichkeiten von Gesunden ohne Tumor und von Patienten mit einem Rektumkarzinom jeweils als Glockenkurve abgebildet und sollen hier lediglich der Orientierung und dem Vergleich dienen.
Ab einer individuellen Strahlenempfindlichkeit von 0,55 Gy (im Schaubild durch einen senkrechten Strich markiert) wird eine Reduktion der täglichen Strahlendosis bei der Radiotherapie von Tumoren empfohlen.
Die bereits vom Labor ermittelten Werte für die individuelle Strahlenempfindlichkeit von RA-Patienten mit einem Tumor sind diesen beiden Kurven als Kästchen gegenübergestellt.
Jedes dieser Kästchen steht für einen Patienten, der auf Strahlenempfindlichkeit getestet wurde. Sind Kästchen nach oben verschoben, stehen sie für mehrere Patienten entsprechend um wie viel Kästchen sie nach oben gerutscht sind.

Literatur zu Strahlenempfindlichkeitsmessungen:

Den oben genannten bisher gesammelten Untersuchungsergebnissen zur Strahlenempfindlichkeit gegenüberstehend scheinen Lymphozyten von Patienten mit einer Autoimmunerkrankung, wie der rheumatoiden Arthritis, laut einer weiteren Studie strahlenempfindlicher zu sein, als die von gesunden Probanden. Radiosensitivity of Peripheral Blood Lymphocytes in Autoimmune Disease

Literatur zu klinischen Fallberichten/Strahlenfolgen:

Akut- und Spätreaktionen bei Tumorpatienten mit Rheumatoider Arthritis infolge einer Strahlentherapie scheinen mit denen von rheumatologisch nicht vorbelasteten Patienten vergleichbar zu sein. Die These, dass bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis kein erhöhtes Risiko für akute und chronische Spätfolgen bestünde, müsse allerdings noch durch weitere prospektive Studien untermauert werden. Akute und chronische Strahlenfolgen bei Patienten mit Kollagenosen   

Eine Studie, die 40 an Brustkrebs erkrankten Frauen mit Rheumatoider Arthritis untersucht, besagt, dass die Strahlentherapie ohne signifikant erhöhte Radiotoxizität im allgemeinen gut vertragen wurde und die kosmetischen Ergebnisse fast vergleichbar gut bis exzellent wie die der bestrahlten Patientinnen ohne Rheumatoide Arthritis ausgefallen sind. Impact of rheumatoid arthritis on radiation-related toxicity and cosmesis in breast cancer patients: a contemporary matched-pair analysis

Schlussfolgerung bzgl. Testung auf Strahlenempfindlichkeit:

Im Vergleich zu Patienten mit Systemischem Lupus Erythematodes scheinen Patienten mit Rheumatoider Arthritis nach Strahlentherapien nicht in besonderem Maße klinisch aufzufallen.

Daher ist eine allgemeine Testung auf eine erhöhte Strahlenempfindlichkeit bei diesen Patienten vermutlich nicht wirklich erforderlich, sollten keine anderen Gegebenheiten für eine Testung sprechen.